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Bye, bye Junimond

Bye, bye Junimond

Der Juni hat sich mit hitzigen Temperaturen, staubigen Böden und lauen Sommerabenden verabschiedet. Ziemlich genau das Gegenteil vom Juni 2024. Bei uns hier draußen battlen sich die Gillen und Frösche mit den Kühlgeräte-geräuschen, unterbrochen vom Abendgezwitscher der Piepmätze, im Hintergrund sanftes Mähdreschergebrummel in der ganzen Gemarkung. Pure Idylle!

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Erdbeermond
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Staubwolken auf dem Acker
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Schafe auf der Weide und Strohballen im Hintergrund

Diese endet für einige von unseren Mitarbeitenden zur Zeit morgens um 5 Uhr, wenn sie sich auf den Weg zum Acker machen, um zu Hacken oder zu Ernten. Bei über 30 Grad im Schatten macht das nur den wenigsten Laune. Gemüse, wie aktuell Mangold, Bohnen, Zucchini, Wirsing, Kohl, Bundmöhren, Kräuter,… ist auch schnell ziemlich schlaffi, wenn es bei Hitze geerntet wird. Also raus, solange es noch erträglich ist. Unsere Beregnungsmaschinerie ist sehr oft im Einsatz.

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Beregnungsmaschine auf dem Acker
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Bohnen auf dem Acker
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Wirsing in der Kiste

Gut, dass es sie gibt und wir für die - per Rohr- und Schlauchleitung erreichbaren - Flächen um uns herum ab und zu Wasser haben. Leider immer öfter besorgniserregend wenig. Die nächsten Wochen versprechen herausfordernd zu werden und werden sicherlich das eine oder andere Stoßgebet um Regen beinhalten. Die von Tag zu Tag immer gelber und kleiner werdenden Kartoffeln stimmen schon jetzt mit ein.

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Lauchpflanzmaschine auf dem Acker
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Mitarbeiter pflanzen Lauch
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Lauchpflanzen auf dem Acker
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Gurkenpflanzen im Gewächshaus
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Neuer Satz Gurken im Gewächshaus
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Kleiner Hokkaiodo auf dem Acker

Mega viel Lauch, nicht ganz so viel Blumenkohl, Broccoli, Fenchel, Hokkaido, ein weiterer Satz Zucchini und im Gewächshaus eine Hälfte neue Gurkenpflänzchen wurden in die Erde gebracht. Am Wochenende kommen dann die Pflanzen für die zweite Hälfte und wir pausieren ca. 2 Wochen mit den eigenen Schlangengurken, bis die neuen Pflanzen welche hergeben.

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Wick-Roggen
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Kohl in Mulch gepflanzt
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Kohlacker in Mulch

Einige Kulturen haben wir wieder in Wick-Roggen-Mulch gepflanzt. Dazu ist die Wicken- und Roggenmischung, die im Herbst schon gesät worden war, gemäht und kurz gehäckselt worden. Anschließend wurde auf den entsprechenden Feldern eine 8-10 cm dicke Schicht aufgetragen, in die wir dann mit einer speziellen Mulch-Pflanzmaschine pflanzen können. Die Mulch-Auflage hat einige Vorteile, wie Wasserersparnis, weniger Chancen für Unkraut und ein aktiveres Bodenleben, welche wiederum den Pflanzen zu Gute kommen.

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Zucchini pflanzen in Maisstärkefolie
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Zucchiniacker in Seligenstadt
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Zuchhiniernte mit dem Ernteband

Aber nicht alle Gemüse sind restlos dafür zu begeistern. Zucchini, Kräuter und Salate zum Beispiel nicht. In einem der letzten Instagram-Reels wurden unsere Zucchini in schwarze Folie gepflanzt. Das machen wir schon seit einigen Jahren und ich hatten daher vergessen dazu zu schreiben, um was für eine Folie es sich handelt, was zu Stirnrunzeln bei dem einen oder der anderen geführt hat. Also hier die Info dazu: Die schwarze Folie besteht aus Maisstärke (gentechnikfrei), sie wird nach der Kulturzeit mit in den Boden eingearbeitet und verrottet dann in der Regel innerhalb von ca. drei Monaten und sie ist im biologischen Anbau zugelassen. Ihre Vorteile sind genau die, die auch der Mulch mit sich bringt mit einem wesentlichen Unterschied. Die Mulchschicht sorgt dafür, dass der Boden kühl bleibt. Darüber freuen sich späte und einige Sommerkulturen. Unter der Folie wird der Boden warm, was besonders die frühen und wärmeliebenden Kulturen brauchen. In den Zucchinifeldern müssen wir zum Ernten ca. alle 36 Stunden mit einem Ernteband fahren und weil Zucchini zudem viel Wasser benötigen, legen wir auch Tropfschläuche zur Wasserversorgung unter die Folie, was bei Mulch so nicht gut machbar wäre. Und bevor jemand auf den Gedanken kommt, wir würden hier heimlich des Nachts Gift spritzen, sagen wir es lieber gleich: Wir haben eine große Spritze und wir fahren damit in der Regel erst, wenn es dunkel wird. Aus guten Gründen! 

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Kartoffelkäfer bei der Paarung
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Kartoffelkäferlarven
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Kohl spritzen bei Nacht

Momentan z. B. veranstalten die Kartoffelkäfer ausgelassene Sommerpartys auf unseren über 20 Hektar Kartoffeln! Dieser Spaß bleibt nicht folgenlos und bringt ca.10 Tage after the show gefräßige Larven zum Vorschein – immerhin pro Weibchen und Monat einige hundert Stück. Wer Kinder im Teeniealter hat, weiß was das bedeutet: Die fressen einem die Haare vom Kopf! Unsere Kartoffelpflanzen benötigen allerdings ihr Blattwerk selbst, daher haben wir nun also im ökologischen Landbau zwei Möglichkeiten: Durch die Reihen spazieren, Käfer, Eigelege und Larven suchen und von Hand eliminieren und das über Wochen in regelmäßigen Abständen. Oder aber abends eine Spritzung mit Neem durchführen. Wir machen das im Dunkeln, weil diese Mittel in Verbindung mit Sonne zu Verbrennungen an den Pflanzen führen können und weil sie nicht uv-stabil sind, und somit hätte das dann alles keinen Sinn. 
Dieses, auf dem naturbelassenen Inhaltsstoff des tropischen Neembaumes basierende, Pflanzenschutzmittel ist für den ökologischen Landbau zugelassen. Es ist nicht bienengefährlich, besitzt eine gute Nützlingsverträglichkeit und ein breites Wirkungsfeld. Es wirkt ebenso gegen Schädlinge im Kohl oder der Lauchminierfliege im Lauch. Im Übrigen wird jeder Einsatz akribisch dokumentiert in einer entsprechenden Software und von der Bio-Kontrollstelle überwacht. Bürokratie können wir nämlich auch 🙂

Apropos Bio-Kontrolle: Klar ist Regionalität wichtig, aber für uns ist auch das Prädikat „BIO“ sehr wichtig, denn es bestätigt unsere doch sehr andere Arbeitsweise im ökologischen Landbau, die für uns die Grundlage darstellt,
warum wir unsere Arbeit tun: für eine Landwirtschaft der Zukunft, die von der Vielfalt lebt und im Zeichen der Nachhaltigkeit steht. Das mag sich altmodisch anhören, doch wir sehen immer noch im Ökologischen Landbau viele Lösungen für die Problemfelder, die sich um Ernährung und Landwirtschaft tummeln. Was ich eigentlich sagen wollte: Wir haben unsere diesjährige (angemeldete) Kontrolle erfolgreich hinter uns gebracht und sind nun wieder für ein Jahr Bioland, Biosiegel-Hessen, EG-Bio, Landmarkt und QS-GAP zertifiziert! (Was nicht heißt, dass es keine Kontrollen mehr gibt!)

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Maschinelles Hacken auf dem Acker

Zurück auf den Acker: In den nächsten Wochen kümmern wir uns um all die Beikräuter, die mit unserem Gemüse um Wasser, Nährstoffe und den schönsten Platz konkurrieren. Dazu gibts Geräte wie den Striegel, diverse Hacken zum Anhängen an den Traktor und solche mit Stiel für die gute alte Handarbeit, die durchaus noch sehr häufig bei uns benutzt werden. Leichte Anklänge von Herbst beinhaltet die als nächstes erwartete Pflanzenlieferung: Chinakohl, Grünkohl, Radicchio und Endivien. 

Nebenbei läuft immer mal wieder was auf der Baustelle

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Baustelle Halle 2.0
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Baustelle Halle 2.0
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Baustelle Halle 2.0
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Verkostung mit Il Cesto im Hofladen
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Cocktailverkostung im Hofladen
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Kräuterwanderung an Johanni

Das war´s nun also mit dem Juni, von dessen Erdbeermond ich persönlich etwas mehr Glamour erwartet hatte. Viel Spaß hatten wir bei der Verkostung mit Il Cesto´s Produkten und mit den Cocktails von Sonnentor im Hofladen Oberissigheim und beim Kräuterspaziergang am Johannistag mit Waltraud Goy. Der Juli lockt mit Kimchi und Ferien:

Eine wichtige Info für unsere Kundschaft in Seligenstadt: Unser Hofladen in Seligenstadt bleibt in der Woche vom 07.-13. Juli 2025 aus feierlichen Gründen geschlossen! Gerne können Sie uns in Oberissigheim besuchen oder auf den Wochenmärkten in Hanau und Bischofsheim oder eine Lieferung für Mittwoch, den 09.07. nach Hause bestellen.

Unsere Lieferservice-Kundschaft denkt bitte an die Pausierung der Dauerbestellungen, wenn in den Ferien keine Lieferung benötigt wird.

Und nun noch eine Einladung zu unserem Sommerloch Grill& Chill am 02. August von 12-17 Uhr auf der Wiese beim Hofladen in Oberissigheim. 

Dezent verschwitzte Grüße aus dem Ackerlei-Office,

Rebekka Zell für das Ackerlei-Team

P.S. aus der Rubrik: Bäuerliche Kreativität – Ventil abgerissen? Kein Problem, hab da ne Zahnbürste hinten links in der Kiste aufem Traktor 😉 .. es hat gehalten bis auf den Hof!

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Wagenrad