Bäuerliches Intervalltraining
Ein ständiges Auf und Ab, intensive und weniger intensive Zeiten, kurze und längere Intervalle, prägen den Alltag auf landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieben. Man weiß grob, was zu welcher Jahreszeit im Plan steht und welche Arbeiten wann gemacht werden sollten.
Der Unterschied zum sportlichen Intervalltraining besteht darin, dass keiner neben dran steht oder eine App ins Ohr flüstert, wann das nächste Intervall beginnt, wie lange es dauern wird und was genau zu tun ist. In mancherlei Hinsicht wäre das schon ne ausgesprochen hilfreiche Sache. Da uns aber keiner genau sagen kann, wie lange beispielsweise die nächste Trocken- oder Regenphase sein wird oder wann das nächste Gesetz neue Unruhen stiftet, üben wir uns in Flexibilität wie fast kein anderer Berufsstand. Darin sind wir Meister – auch ohne Pokal oder Medaille.
Der Schlafrhythmus von einigen von uns ist in den vergangenen Wochen schwer in Schieflage geraten. Die Wetterspekulationsdienste drohten mit Regenfällen und der Wetterradar war für mehrere Tage blau eingefärbt. Das sorgte für ein intensives Intervall mit Tempo und Ausdauer, denn vorher musste noch einiges wichtiges auf den Feldern erledigt werden: Mist verteilen, den letzten Schnitt mähen, pflügen, eggen, Gründüngung säen, Beregnungssysteme einsammeln, … All solche Dinge, die nach getaner Herbsternte anstehen und einen befahrbaren Acker zur Voraussetzung haben. Da wird es dann schonmal dunkel drüber oder auch schon wieder dämmrig am Horizont.
Der bisher recht milde Herbst hat uns noch viele schöne Kulturen beschert. So ernten wir tatsächlich die schönsten Buschbohnen des Jahres, bilderbuchtauglichen Blumenkohl und Broccoli, mega schönen Spitzkohl, Chinakohl, Weißkohl, Wirsing und Grünkohl, Lauch, den ersten und letzten Fenchel der Saison, noch einige letzte Blattsalate, Petersilie und Endivien. Rucola, etwas Spinat, den ersten Winterpostelein und Feldsalat dürfen wir auch schneiden. Das tut mal richtig gut. Von unserem Herbstgemüse warten nun nur noch Steckrüben und Rote Bete auf ein warmes Plätzchen im Lager – auch deshalb, weil sonst nicht allzu viel zum Einlagern da ist.
Im Gewächshaus laufen die Vorbereitungen zur Räumung der Tomaten- und Gurken-Kulturen. In den nächsten Tagen rückt dort der Häcksler an, dann gibt es eine kleine „Umbaupause“, bevor Gründüngung und Feldsalat dort für die kalten Monate einziehen. Unsere Folientunnel sind schon größtenteils frei geworden für die Winterbewohner: Barbarakraut, Rote Bete Blätter und Postelein werden hier ansässig.
Gestern flogen den ganzen Tag über viele Kranichformationen über uns hinweg mit ihrem lauten Geschnatter. Jedes Mal ein beeindruckendes Spektakel und irgendwie ja auch ein Intervalltraining. Für mich immer das Zeichen, dass ich mich nicht mehr vor den Gedanken an Weihnachten vorbeimogeln kann und sicher schon haufenweise Plätzchen, Schokokram, Adventskalender, Tees und Backzutaten darauf warten, ins Sortiment aufgenommen zu werden. Zur langsamen Einstimmung auf den Winter ist aber erstmal der „Hüttenzauber“ mit Knödeln, Kaiserschmarrn, Brotzeit und leckeren Wintergetränken im Hofladen eingezogen. Bei dem kühlen Vogelzug-Wetter genau das richtige. Im Obstregal tendiert die Farbpalette langsam aber sicher Richtung Orangetöne. Noch ist der Geschmack von Satsumas, Clementinen & Co eher erfrischend als weihnachtlich, aber der kommt sicher bald dem Kalender hinterher.
Adventskranzbinden mit Susanne
16.30 bis ca. 18.30 UhrIm Hofladen Oberissigheim (Packhalle). Anmeldung bis 22.11. im Hofladen oder hier. Kosten nach Materialaufwand, Deko/ Kerzen bitte selbst mitbringen.
Zur AnmeldungIm Oktober gab es einige Ereignisse, für die ein Rückblick angesagt ist:
Gleich am 01.Oktober hat unsere Hofladenleitung in Oberissigheim ein neues Gesicht bekommen! Jana Knoth aus dem Team hat den Staffel-Lauch von der bisherigen Dreier-Spitze Karin Tugend, Esther Weigel und Rebekka Zell überreicht bekommen. Für uns drei beginnt damit ein ruhigeres Intervall im Hofladen. Wir und das ganze restliche Team freuen uns sehr, dass sie soviel Mut hat, diese Aufgabe anzunehmen. Viel Erfolg, liebe Jana!
Wir haben am 04.Oktober unseren Erntedank-Gottesdienst gefeiert! Bei strahlendem Sonnenschein, mit vielen Menschen, toller Musik, Spaß, guten Gesprächen, mehr als genug zu Essen und vielen Gründen zur Dankbarkeit. Vielen Dank an alle Beteiligten und Besucher für dieses schöne, ermutigende Fest!
Der Kimchi-Workshop mit Fermakultur hat auch wieder richtig viel Spaß gemacht!
Vermutlich – hoffentlich - sind das für die nächste Zeit die letzten Bilder aus der Rubrik „Baustellenromantik“:
Und weil´s einfach immer wieder schön ist: Hier der neue Glückshormonbringer für die Schafdamen - derzeit acht an der Zahl. Wir nennen ihn Fox, weil seine Gene zur Hälfte vom Coburger Fuchs stammen und ihre Spuren in der leicht rötlichen Frisur hinterlassen haben.
Heute machen wir es mal wie die Vögel: wir lassen die schwierigen Themen hinter uns, blicken in die andere Richtung und sind dankbar für all das Gute und Schöne um uns herum!
Viele schöne Erfahrungen bei diesem Blickwechsel-Training wünscht
Rebekka Zell für das Ackerlei-Team