Bioland
Seit 1996 ist Ackerlei Mitglied bei Bioland. Wir identifizieren uns mit den Bioland-Prinzipien und sind Mitglied aus Überzeugung. Bioland ist der größte und zweitälteste Bio-Verband in Deutschland und Südtirol. Mehr als 10.000 Betriebe aus der Bio-Landwirtschaft, der Herstellung und dem Handel sind dem Verband angeschlossen. Sie alle wirtschaften nach den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung und zusätzlich nach den Bioland-Richtlinien, die über den gesetzlichen Bio-Standard hinausgehen. Von unabhängigen Öko-Kontrollstellen werden die Betriebe mindestens jährlich auf die Einhaltung der Richtlinien überprüft. Seit über 50 Jahren ist der Verband Vorreiter einer modernen, verantwortungsvollen und umweltschonenden Bio-Landwirtschaft.
Bioland ist der mitgliederstärkste Verband für Bio-Landbau in Deutschland und Südtirol. Er nimmt fast ausschließlich Betriebe aus Deutschland und Südtirol auf und ist damit der regionalste der großen Bio-Verbände. Knapp 9.000 Bio-Betriebe aus der Landwirtschaft, der Imkerei sowie dem Weinbau und 1.300 Betriebe aus der Verarbeitung, dem Handel und der Gastronomie gehören der Wertegemeinschaft an. Sie alle arbeiten nach den strengen Verbands-Richtlinien. Diese gehen über die gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien für das EU-Bio-Siegel hinaus. Bioland steht für eine transparente Herkunft der Rohstoffe und Lebensmittel sowie für regionale Lieferketten. Das Ziel des Verbands: Bio für alle möglich machen und durch eine verantwortungsvolle Bio-Land- und Lebensmittelwirtschaft unsere Lebensgrundlagen schützen. Eine gemeinsame Wertvorstellung verbindet die Bioland-Mitglieder in ihrer Vielfalt.
Die unterschiedlichen Meinungen und Diskussionen, die aus dieser Vielfalt entstehen, haben einen wichtigen Anteil an der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Verbands. Demokratisch wird in zahlreichen Gremien und Fachgruppen am gemeinsamen Ziel gearbeitet. Gemeinsam, offen und wertschätzend über die Grenzen von Bioland hinaus. Bioland ist gelebte Demokratie und Mitbestimmung.
Die Hauptaufgabe von Bioland ist es, den Ökolandbau zum Wohl aller Beteiligten zu fördern, die Mitgliedsbetriebe zu unterstützen und Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. Bioland engagiert sich dazu stark in der Politik, forscht in zahlreichen wissenschaftlichen Projekten und bringt Bio-Produkte dorthin, wo die Menschen im Alltag einkaufen.
Die Bioland-Richtlinien und Arbeit basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praxisorientierter Forschungsarbeit. Als einziger Verband hat Bioland eine leistungsstarke Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die in vielfältigen Projekten forscht, beispielsweise zu Humusaufbau oder zur biologischen Vielfalt: Für eine umweltschonende und zukunftsfähige Bio-Landwirtschaft!
Zusätzlich zu den EU-Bio-Vorgaben gibt es bei Bioland umfassende und verpflichtende Richtlinien zur Förderung der biologischen Vielfalt auf den Höfen. Jeder Betrieb muss gezielte Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität umsetzen und dabei eine festgelegte Mindestpunktzahl erreichen.
Für Bioland gehört vollständiges Bio untrennbar zur Regionalität – und umgekehrt. Dabei versteht der Bioland-Verband Regionalität nicht allein als Frage der Herkunft von Produkten. Im Mittelpunkt stehen die Vernetzung innerhalb der Region und der direkte Kontakt zu lokalen Nachbarbetrieben. Ein wichtiges Anliegen ist zudem Transparenz: von der Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zum Verkauf der Bioland-Produkte. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher mit frischen, hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen und gleichzeitig einen Mehrwert für die Region zu schaffen. Dazu gehören vielfältige Kulturlandschaften, kulturelles Leben sowie Arbeitsplätze auf den Höfen und in der Region. Die Leitbilder und Leitmotive von Bioland sind:
- Im Kreislauf wirtschaften
- Bodenfruchtbarkeit fördern
- Tiere artgerecht halten
- Wertvolle Lebensmittel erzeugen
- Biologische Vielfalt fördern
- Natürliche Lebensgrundlagen bewahren
- Menschen eine lebenswerte Zukunft sichern
Mehr als 50 Jahre organisch biologischer Landbau
Als 1971 die Pionierinnen und Pioniere den Bioland-Verband ins Leben riefen, wurden sie vor allem von diesen Motiven angetrieben: Sie wollten freie, selbstbestimmte und entscheidungsfähige Bäuerinnen und Bauern sein, die im Einklang mit der Natur wirtschaften und dabei unabhängig sind von Banken und Agrarkonzernen. Der Boden stand oft im Mittelpunkt der Diskussionen um den Biolandbau. Daraus entwickelten sich schrittweise Alternativen zum Althergebrachten; die Fruchtfolgen wurden erweitert und eine neue Kompostwirtschaft erlernt. Später kam das Wohl der Tiere hinzu. Nach und nach entstand die Basis für eine ökologische Wirtschaftsweise; Prinzipien für eine Landwirtschaft, die den Gesetzen der Natur und des Lebens gerecht wird und die heute die Grundlage sind für die Richtlinien des Bioland-Verbandes, die eine Landwirtschaft im Einklang mit Mensch und Natur möglich machen.
Viele Antworten auf ihre Fragen fanden die Bäuerinnen und Bauern bei dem schweizer Biologen Hans Müller, der Boden- und Agrarforscherin Maria Müller-Biggler und dem deutschen Arzt und Mikrobiologen Hans Peter Rusch. Ihnen war es wichtig, die Wahrnehmung für den Boden als Teil des Kreislaufes des Lebens zu sensibilisieren und den Bauern das „Biologisch denken“ zu lehren, damit sie auf ihren Höfen selbst durch Beobachten und Lernen ihre landwirtschaftlichen Systeme in diesem biologischen Denken weiterentwickeln konnten.
Daraus ist kein geringerer Anspruch erwachsen als der, die Gesellschaft als Ganzes zu verändern und zu gestalten. Denn schon Anfang der 1970er Jahre zeigte ein Team aus Wissenschaftlern die Zusammenhänge unseres Wirtschaftens zwischen Bevölkerungsdichte, Nahrungsmittelressourcen, Energie, Material, und Kapital, Umweltzerstörung und Landnutzung auf.
Bioland feiert seinen 50. Geburtstag
„Heute sieht sich der Verband als die treibende Kraft für die Landwirtschaft der Zukunft. Denn seine Mitglieder, ob alt gedient oder neu hinzugekommen, verfolgen das Ziel, die Antworten auf grundlegende Systemfragen immer wieder zu überprüfen und ständig weiterzuentwickeln. Dabei berücksichtigen sie die neuesten wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnisse. Nur so ist es möglich, sich einer Form der Land- und Lebensmittelwirtschaft zu nähern, die die Grenzen unseres Planeten, die Natur und mit ihr Mensch und Tier generationenübergreifend respektiert. Das ist unser gemeinsames Ziel. Um das Lebendige soll es also im Bioland gehen, im Land des Lebens“.
Jan Plagge, Präsident von Bioland zum fünfzigjährigen Jubiläum 2021