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Zu Besuch im Hummelreich

Zu Besuch im Hummelreich

Die Ferienzeit erfordert manchmal, dass man auch als Betriebsleitung eine Arbeit übernimmt, die man schon länger nicht gemacht hat (den letzten beißen die Hunde😉)…

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Hummel im Gewächshaus
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Pflegearbeiten im Gewächshaus
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Hummelkasten im Gewächshaus

In dem Fall durfte ich im Gewächshaus aushelfen bei der Tomatenpflege, weil es einfach akut gemacht werden musste und sonst niemand mehr zur Verfügung stand. Nun ist das in einem professionellen Gewächshaus etwas anders als in den Folientunneln, in denen ich vor X Jahren Tomaten ausgegeizt habe… die Reihen sind länger, die Pflanzen viel höher, die Vorgehensweise sehr festgelegt, die Hilfsmittel technischer. Aber gut, es ging nach etwas Einarbeitung erstaunlich gut. Wenn man da so hoch über der Erde auf einer Arbeitsbühne durch die Reihen schwebt, kommt immer mal wieder eine Hummel vorbeigebrummelt, macht ihren Job und fliegt weiter zur nächsten Blüte, und weiter, und weiter… Jedes mal wenn eine von diesen kleinen Fleißigen vorbeigeflogen kam, hat mir das soviel Mut und Energie gegeben einfach weiterzumachen – auch wenn es sich endlos angefühlt hat. Am Ende der Woche war ich wirklich dankbar mal wieder so eine tolle, gärtnerische Arbeit gemacht zu haben, die mir auch für meinen normalen Alltag etwas Wichtiges gezeigt hat: Egal was kommt, wie das Wetter ist, wie aussichtslos es manchmal aussieht in unserem schönen Beruf – mach einfach weiter deinen Job! Und mach ihn so gut es eben geht. Was daraus wird, hast du oft nicht in der Hand, aber mach das, was DU dazu tun kannst, dass es gelingt!

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Bundzwiebelernte auf dem Acker
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Getreide im Sonnenuntergang
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Saisongarten

Diese Lektion hilft mir gerade zum Beispiel mit dem Thema Gentechnik umzugehen. Vielleicht haben einige mitbekommen, dass das Europäische Parlament die Deregulierung neuer genomischer Techniken (NGT) ohne wirksame Schutzmechanismen beschlossen hat. Bioland bewertet die Entscheidung als gravierenden politischen Fehlgriff mit weitreichenden negativen Folgen für Landwirtschaft, Züchtung und Verbraucherrechte. Besonders schwer wiegt das Abstimmungs-ergebnis in Bezug auf die ungelöste Patentfrage. Künftig können und werden große Unternehmen Patente auf Pflanzen und genetische Eigenschaften beanspruchen – auch dann, wenn diese auf natürlichem oder konventionell gezüchtetem Material beruhen. Das öffnet der Privatisierung genetischer Ressourcen Tür und Tor. Die Folgen: steigende Lizenzkosten, wachsende Abhängigkeiten für bäuerliche Betriebe und das Aus für viele kleine und mittelständische Züchter. Bioland - und natürlich auch wir - arbeiten auch in Zukunft ohne gentechnisch veränderte Organismen. Weil wir mit der Natur und nicht gegen sie wirtschaften. Wie das in einigen Jahren noch möglich sein wird, ist fraglich und erfordert massiven Druck auf die Politik, der aktuell aus unserer Sicht nicht kommt, da die Gentechnik-Lobby eine große Macht hat und ausübt. (Info: www.bioland.de) Wir können nicht viel tun, außer immer wieder aufmerksam zu machen, uns an die Politik wenden und einfach weiter ohne Gentechnik zu arbeiten, soweit es in unserer Macht steht.

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Mangold auf dem Acker mit Hitzeschäden
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Feldhasen sitzen im Schatten hoch
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Buschbohnen auf dem Acker
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Führung Issigheimer Landfrauen

Auch die Wetterlage der letzten Wochen liegt nicht in unserem Einflussbereich, aber wir müssen irgendwie damit umgehen. Die Vorstellung im Bett liegen zu bleiben, bis es angenehmer ist da draußen, ist verlockend, aber keine Option. Wenn die Hummeln im Nest bleiben angesichts der vielen Blüten, wird nichts aus den Tomaten und Gurken. Also raffen wir uns ebenfalls immer wieder auf und versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Die ersten Buschbohnensätze haben wir gemulcht, aber dennoch säen wir immer wieder neue Sätze – es könnte ja mal anders kommen. Die Stangebohnen produzieren nichts außer Blätter. Die Möhren haben wir - mit viel Aufwand für bessere Bedingungen - ein zweites Mal gesät, in der Hoffnung, dass sie diesmal aufgehen können und weiterwachsen. (Nur mal so: Alleine das Bio-Möhrensaatgut für einen Hektar ist ein Kostenpunkt von durchschnittlich 2000€.) Für die Pastinaken gibt es leider keine zweite Chance, dafür steht nun ein anderes Gemüse an ihrer Stelle. Gut, dass wir unsere Gemüse-Vielfalt haben! Unser Blumenkohl entspricht aufgrund der Hitze gerade nicht der Norm des deutschen Einzelhandels, viele andere hessische Gemüse derzeit ebenfalls nicht. Und wieder wandert in den Kompost, was als Lebensmittel angebaut wurde – wertvolles Saatgut, viele Stunden Arbeit, ganz viel Herzblut und Hoffnung - und am Ende für wertlos erachtet. An Arroganz ist dieses Lebensmittelsystem wohl kaum zu überbieten. Und wir machen weiter – für die, die mit uns unterwegs sind, die für ökologischen Landbau kämpfen, die eine nachhaltige, unabhängige Landwirtschaft und eine enkeltaugliche Zukunft wollen.

Erst wenn die letzten Kartoffeln gerodet, der letzte Äppler vergiftet und die letzte grüne Soße gegessen wurde, werden alle merken, dass man Geld nicht essen kann. (Ins Hessische übertragene Weisheit der Cree oder auch einer Umweltkampagne aus den 1980ern). Die Hoffnung stirbt zu Letzt, dass einige der „am längeren Hebel“ Sitzenden es vorher begreifen.

Während irgendwo komische Entscheidungen getroffen werden „für“ unsere Arbeit und unser Leben, machen wir weiter. P.S. Die Issigheimer Landfrauen hat´s interessiert und sie kamen zu einer Betriebsführung. Wie wär´s mal mit Ihnen, Herr Merz? Die Einladung steht.

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Brunnenbohren
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Beregnungsmaschine auf dem Acker
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Beregnung von Salaten auf dem Acker

Letzte Woche haben wir begonnen, einen neuen Brunnen zu bohren. Das ist immer sehr spannend, denn man weiß nie wirklich vorher, ob er dann auch genug Wasser bringt. Nun ist aber erstmal eine Maschine kaputt gegangen und es ist Pause angesagt.

Wasser ist wie fast jeden Sommer ein großes Alltagsthema für Gemüsegärtner und braucht einfach viel Zeit. Unser Teich ist jedenfalls schon bedenklich leer – oder um es positiv auszudrücken - er ist noch knapp halb voll 😉 Ohne Wasser geht´s aber nicht, daher warten wir auf Hilfe von oben und bis dahin tun wir was wir können: Beregnungsmaschinen stellen solange Wasser da ist.

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Lauchpflanzen mit der Maschine
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Lauchpflanzen im Sonnenaufgang
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Staudensellerie auf dem Acker
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Traktor mit Pflanzmaschine auf dem Acker
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Alter Gurkenbestand Gewächshaus
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Gurkenpflanzen im Gewächshaus

Während der extremen Hitze konnten wir keine Pflanzen stecken. Nun stehen sie palettenweise im Kühlhaus, wo sie auch nicht besser werden, und warten darauf endlich in die Erde zu kommen. Daher laufen die Pflanzmaschinen auf Hochtouren. Wir setzen jetzt alles für den Herbst und Winter wie z.B. Blumenkohl, Broccoli, Steckrüben, viel Lauch, Wirsing, Grünkohl, Spitzkohl, Staudensellerie, Fenche, Radicchio und immer wieder Salate.

Auch im Gewächshaus musste gepflanzt werden. Unser erster Gurkensatz ist am Ende angekommen und wurde nun in drei Etappen ersetzt mit neuen Pflanzen. Daher haben wir auch momentan manchmal nicht genug eigenen Schlangengurken, bis die neuen Pflanzen in den Ertrag kommen.

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Läusebefall in den Landgurken
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Läuse in den Landgurken
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Kartoffelkäfer auf dem Acker

Die Landgurken im Folientunnel kämpfen gegen eine Läuse-Invasion. Unterstützung haben sie von ganz vielen Marienkäfern und ihren Larven. Unsere Kartoffeln haben wieder Besuch von den gestreiften Vielfraßen. Hier waren wir mit Neem unterwegs, was aber bei hohen Temperaturen nicht immer wirkt. Schaumerma, wer gewinnt.

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Blumenfeld für den Hofladen
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Blumenstrauß

Unser Blumenfeld beim Hofladen in Oberissigheim blüht wunderschön! Während der Öffnungszeiten können hier gerne Blumen geschnitten werden.
Der erste Workshop in diesem Jahr mit Fermakultur steht an: Sauerteig ist das Thema am 25.07. Noch gibt es freie Plätze. Anmeldung bitte direkt auf der Website von Fermakultur.

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Juli 25

Sauerteig-Workshop mit Fermakultur

25.07.2026, 10-ca. 12.30 Uhr

In diesem Workshop erlernst du die theoretischen und praktischen Grundlagen des Brotbackens mit Sauerteig. Im Laufe des Workshops setzen wir gemeinsam Sauerteig an. Wir backen ein oder zwei Brote zusammen und lernen darüber hinaus, was mit Sauerteig noch alles möglich ist. Im Preis enthalten ist ein Starter-Kit, bestehend aus einem Sauerteig-Starter, einem Gärkörbchen und einem Teigschaber. Im Rahmen des Workshops wird es eine Verköstigung von verschiedenen fermentierten Spezialitäten aus dem Hause Fermakultur mit frischem Sauerteig-Brot geben.

Preis: 75 €, Ort: Ackerlei

Die Teilnehmeranzahl ist limitiert, daher bitten wir um zeitnahe Anmeldung.

https://www.fermakultur.de/kalender-eintrag/sauerteig-workshop-ackerlei

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Neubau Halle
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Hallenbau Innenausbau
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Neubau Halle

Unsere Baustelle ist zwischenzeitlich wieder etwas weitergegangen. Aber auch hier mussten einige Leute unterbrechen, weil es zu heiß wurde und nun ist Urlaubszeit. Es geht also schleppend und es ist noch immer nicht wirklich absehbar, wann wir dort mit unserem Gemüse einziehen können. Immerhin sind die Fenster und Tore nun eingebaut.

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Lichtblicke am Himmel
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Kleiner Falke Olli in der Hand
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Storch in der Getreideernte
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Lamm auf der Wiese

Für Lichtblicke sorgen die kleinen Momente, in denen das Rad kurz stillsteht und uns die Möglichkeit bietet über
Himmelsfarben zu staunen, einem kleinen Falken zurück ins Nest zu helfen, den Geruch der Getreideernte
aufzusaugen oder ein neues Lämmchen zu begrüßen.

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Naja und Judit mit dem Fendt GT
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Eis vom Oberfeld
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Eisfahne Hofladen

Junge Menschen sind auch Lichtblicke! So können wir Finnegan zur bestandenen Gärtnerprüfung gratulieren! Wir freuen uns sehr mit und für ihn (auch wenn er nicht auf´s Foto wollte😉,) und behalten ihn gerne als Gesellen hier. Alles Gute für deine Zukunft und auf eine gute Zusammenarbeit!

Unsere beiden Praktikantinnen Naja und Judit haben wir beide verabschieden müssen. Naja macht weiter ihre Fachoberschule und Judit ist als FÖJlerin im Hessenpark eingezogen (Bereich: Historische Landwirtschaft). Wir sind sehr dankbar für die besondere Zeit mit euch und wünschen auch euch beiden alles Gute auf dem weiteren Weg.

So, und weil es sehr lecker ist und bei diesen Temperaturen eh das beste und alles leichter läuft mit Sahne, hier der Sommertipp aus unserer Hofladen-Eistruhe: Neue Sorten regionales Bio-Eis vom Hofgut Oberfeld in Darmstadt aus der Milch von den hofeigenen Kühen, dort produziert und abgefüllt. Mega! Kommt mal probieren – wir holen auch die Klappstühlchen für euch raus!

Seid dankbar – trotz allem - und machts wie die Hummel!

Rebekka Zell für das Ackerlei-Team